Alles zum Schlagwort ‘Individualethik’
1. Juli 2016

Zur Ethik des Dialogs

Endet das Gespräch, endet der Mensch. So könnte man die Bedeutung des Aufeinanderbezogenseins im dialogischen Geschehen pointieren. Wer bin ich, wie denke ich, was ist mir wichtig, woran möchte ich mein Handeln ausrichten? – diese Fragen der Selbstaufklärung können nur in einem wahrhaften und wahrhaftigen Perspektivenwechsel beantwortet werden, denn wie leicht täuscht man sich selbst? Aus ihrer Selbsttäuschung  wollte Sokrates die Athener aufscheuchen. Er war der Ansicht, die Menschen müssen sich auf den Prüfstand stellen und sich fragen, ob die Basis des eigenen Handelns für Andere empfohlen werden kann. Im Gespräch erfahren die beiden Gesprächspartner jeweils den Widerspruch des Anderen, beide müssen diesen Widerspruch aushalten, wenn sie ihr Denken, ihr Handeln und damit ihr Leben weiterentwickeln oder verändern wollen. Die hohen Ansprüche, die Sokrates inhaltlich an ein Gespräch stellt, korrelieren mit formalen Kriterien, aus der eine Dialog-Ethik abgeleitet werden kann.
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16. Februar 2016

Rückschau zum ETHIKUM Praxiskurs ‚Praktische Ethik im alltäglichen Handeln‘ vom 5. Februar 2016

Im Rahmen des ETHIKUM wurde am 5. Februar 2016 in Kooperation mit Ethica Rationalis ein Workshop zur praktischen Ethik angeboten. Das Leitthema hieß: ‚Praktische Ethik im alltäglichen Handeln‘, wobei der erste Teil sich ganz allgemein auf den persönlichen Umgang mit anderen Menschen bezog, der zweite eine Arbeitssituation im Bankenkontext beleuchtete.

In Anklang an eine Artikelserie auf dieser Homepage (Von ethischen Werten zum ethischen Handeln) diskutierten die Teilnehmer zunächst, wie man Charaktereigenschaften in sich selbst identifizieren und ändern kann. Konkret wurde dies am Beispiel einer Person besprochen, die dazu neigt, sich leicht über andere zu ärgern, und die nun versucht, schrittweise mit diesem Ärger besser zurechtzukommen bzw. mehr Gelassenheit zu entwickeln. Einige Anregungen aus dem Teilnehmerkreis lauteten beispielsweise, seine Erwartungen an andere Menschen zu reduzieren oder sich bewusst auf positive Aspekte eines an sich ärgerlichen Ereignisses zu konzentrieren.
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2. Januar 2015

Rückschau zum Kaminabend ‚Praktische Ethik und der Weg zur Weisheit‘

Am 11. Dezember 2014 hatten Ethica Rationalis und Frau Dr. Angela Poech, Professorin für Entrepreneurship an der Hochschule München, zum Kaminabend im Internationalen Begegnungszentrum der Wissenschaft (IBZ) in München eingeladen. Unter dem Leitsatz ‚Praktische Ethik und der Weg zur Weisheit‘ konnten sich die Teilnehmer/innen ungezwungen und in stilvoll weihnachtlichem Ambiente austauschen.
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3. März 2014

Von ethischen Werten zum ethischen Handeln (Teil 2): Die Methode der Autosuggestion

Vor einiger Zeit haben wir auf dieser Webseite erörtert, wie man seine Gedanken schulen kann: Von ethischen Werten zu ethischem Handeln (Teil 1): Der Prozess der Gedankenschulung. An dieser Stelle soll nun ein zentraler Aspekt der Gedankenschulung vertieft werden, das ist die Fähigkeit zur Selbstbeeinflussung oder Autosuggestion. Die Methode der Autosuggestion wurde von einem französischen Apotheker namens Émile Coué im 19. Jahrhundert entwickelt, als dieser beobachtete, dass die Medikamente, die er seinen Kunden gab, eine höhere Wirkung hatten, wenn er sie mit entsprechend positiven, ermunternden Worten überreichte (1).
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17. Januar 2014

Der Mensch – von Natur aus moralisch?

Ist der Mensch von Natur aus moralisch? Auf der Suche nach Autoren, die diese Frage auf empirische Art und Weise beantworten, bin ich bei Dan Ariely fündig geworden. Ariely ist Professor für Psychologie und Verhaltensökonomie an der Duke Universität in USA. Mit seinem Buch The (honest) Truth about Dishonesty (deutsch: Die halbe Wahrheit ist die beste Lüge. Wie wir andere täuschen – und uns selbst am meisten) hat er diese Frage auf sehr findige Art und Weise beantwortet, indem er Gruppen von Testpersonen in unterschiedlichen Verhaltensexperimenten auf ihre „Ehrlichkeit“ hin teste.
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27. Februar 2013

KonTEXT – Studentisches Leseprojekt der Hochschule München zur Förderung straffälliger junger Menschen

Sie sind jung, manche gerade erst 14 Jahre alt, und machen sich bereits auf den Weg zur Hochschule München. Sie tun das allerdings nicht freiwillig, sondern weil sie von einem Jugendgericht zur Teilnahme an einem Leseprojekt verpflichtet wurden, das Studierende der Hochschule – unterstützt von einer Professorin der Sozialwissenschaften, Frau Dr. Caroline Steindorff-Classen – für straffällige junge Menschen entwickelt haben.
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