Alles zum Schlagwort ‘Altruismus’
10. September 2018

„15 Jahre Ethica Rationalis e.V.“

Wie die Zeit vergeht!

Uns selbst kommt es noch so vor als ob wir erst gestern zusammengesessen, diskutiert und festgestellt haben, dass Unmut alleine nicht ausreicht … Unmut über eine mangelnde oder einfach nicht vorhandenen praktischen Gedankenerziehung im Umgang mit ethischen Dilemmata und ethischem, gewissengeleitetem Handeln und Denken.

Sei es im schulischen, universitären oder beruflichen Umfeld, die Herangehensweise an das Thema „Ethik“ ist in erster Linie rein theoretischer Natur, wird vornehmlich „in vitro“ betrachtet, also wie etwas das man sich unbeteiligt von außen in einem Reagenzglas, rein mit seinem Intellekt anschaut, aber nicht „in vivo“ jeden Tag auf’s Neue in seinem individuellen Lebensumfeld lebt, umsetzt, praktiziert und damit in seinem Wesen sukzessive zu Tugenden heranreifen lässt, also Ethik als angewandte Moral; Tugenden die einem zu einem Menschen werden lassen, der nicht Spielball und Untertan seiner instinktiven Bedürfnisse, Antriebe und Motivationen ist. Nein, ein Mensch, dessen „gesunde“ Vernunft und dessen Verstand sein Denken und Handeln prägt, der abwägt bevor er handelt, der seine Rechte und Pflichten gegenüber sich selbst und anderen gegenüber nicht nur vorgibt zu kennen, sondern sie tagtäglich bewusst anwendet. Ein Mensch der mit seinen Prinzipien wie ein Wissenschaftler in seinem Labor der Gesellschaft experimentiert, seine Ergebnisse mit anderen Wissenschaftlern austauscht, evaluiert und gegebenenfalls sein Denken und Handeln neu justiert. Ein Student und Wissenschaftler der Erforschung der angewandten Ethik eben.

Ethica Rationalis wurde daher gegründet, um die Ethik aus dem Elfenbeinturm der theoretischen Wissenschaft zu holen und eine Plattform zu bieten für all jene, die Ethik praktisch anwenden wollen.
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17. Juni 2018

Geduld und Beharrlichkeit sind essentiell“ – meine Erfahrungen im KonTEXT Leseprojekt

Studierende aus den Studiengängen für Soziale Arbeit an der Hochschule München haben unter Leitung von Prof. Dr. Caroline Steindorff-Classen ein Leseprojekt für junge Straftäter entwickelt. Über die Lektüre von Jugendbüchern, die thematisch auf Problemlagen junger Menschen zugeschnitten sind, werden straffällige Jugendliche und Heranwachsende zur Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenssituation und ihrer Tat angeregt. Im Rahmen dieses Projektes werden den jugendlichen ausgewählte Jugendromane und Kurzgeschichten vorgestellt und in Teilen gemeinsam mit den teilnehmenden Studenten gelesen. Dabei sollen die Jugendlichen auch zum Nachdenken über die Textpassagen angeregt und zum Lesen motiviert werden.
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6. August 2017

Rückschau zur Veranstaltung „PhiloBrunch – Ethik in Extremsituationen“ vom 22. Juli 2017

Bereits zum wiederholten Male stand Interessierten die Teilnahme am PhiloBrunch in der gemütlichen Clubatmosphäre des Internationalen Begegnungszentrums der Wissenschaft (IBZ) in München offen. Mit diesem Format bietet Ethica Rationalis ein Forum für den Gedankenaustausch zwischen Gleichgesinnten – in kleinen Gruppen werden bei einem ausgedehnten Frühstück Fragen zur praktischen Ethik diskutiert.

Der 22. Juli ist in München von Trauer geprägt. Denn vor genau einem Jahr erschütterte ein Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum die Landeshauptstadt. Passend zum Gedenken an dieses Ereignis fand dieser PhiloBrunch zum Thema Trauerbegleitung statt; unser Gast war Martina Münch-Nicolaidis, Gründerin der YoungWings Stiftung und Senatorin der Wirtschaft.
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2. Mai 2011

Altruismus (Teil 2)

Wie lässt sich Eigenliebe in Nächstenliebe verwandeln?

 Schritt 1: Güte

Von der Eigenliebe zur Nächstenliebe… das sind große Worte. Aber der Anfang ist im Grunde denkbar einfach: Wir sollten in uns eine positive Einstellung zu anderen Menschen entwickeln, also eine Grundorientierung, die von Wohlwollen und Hinwendung geprägt ist. Allein diese Einstellung hat bereits eine Wirkung auf andere Menschen, selbst, wenn sie nicht in Worten oder Taten sichtbar wird. So zeigen etwa Untersuchungen zum Thema Judenrettung in der Nazi-Zeit1, dass die Einstellung zu Themen wie Gerechtigkeit und Menschlichkeit das Hilfeverhalten unter natürlichen Bedingungen beeinflusst: Die Retter unterschieden sich von der Vergleichsgruppe der Nicht-Retter dadurch, dass sie mehr das Wohlwollen gegenüber bedrohten Menschen betonten, dass sie die universellen Anforderungen ethischer Regeln einforderten und persönliche Verantwortung und Verpflichtungsgefühle zum Ausdruck brachten. Sie zeigten somit insgesamt eine höhere „soziale Verantwortung“, wie die Psychologie es definiert.


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2. April 2011

Altruismus (Teil 1)

Was bedeutet das für uns: „Den Nächsten lieben wie sich selbst“?

Es gibt ein Gebot, das in den drei Religionen, die von Abraham abstammen, eine zentrale Rolle spielt: Das Gebot der Nächstenliebe. So heißt es etwa im zweiten Kapitel des Philipper Briefs: „Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.“ Damit ist die Aufforderung verknüpft, nicht nur an die eigenen Bedürfnisse zu denken, sondern über den Tellerrand hinaus zu blicken, das Wohl der Mitmenschen im Auge und für deren Nöte und Sorgen ein offenes Ohr zu haben. Auch finden wir bei Mohammed, dem Propheten des Islam, den Satz: „Niemand von Euch hat den Glauben erlangt, solange er nicht für seine Brüder liebt, was er für sich selbst liebt.“1 In beiden Aussprüchen erkennen wir die Goldene Regel, die jenseits von Konfessionen allgemeine Gültigkeit besitzt: Dass wir für andere wünschen, was wir für uns selbst wünschen, und von anderen fernhalten, was wir selbst nicht für uns möchten. Bemerkenswert ist auch, dass es aus theologischer Sicht eine enge Verknüpfung zwischen Gottes- und Nächstenliebe gibt: „Was Ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan.“2 Für den Gläubigen bedeutet dies, dass er dem Schöpfer nicht nur auf direktem Wege nahekommen kann, sondern auch durch andere Menschen: „Verborgen im Herz eines jeden Menschen sitzt ein göttlicher Partikel: die Herzen anderer anzuziehen, bedeutet also, die göttliche Gnade anzuziehen.“3


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20. September 2010

Ethisches Handeln im Alltag – wie geht das?

Vor einigen Wochen hat ein Mann in München ein Kind vor dem Ertrinken gerettet – er selbst hat das nicht überlebt. Diese Art von selbstlosen Heldentaten kommt uns in den Sinn, wenn wir an „ethisches Verhalten“ denken. Wir denken an Menschen, die so fest an ihre Überzeugungen glauben, dass sie weder Verleumdung noch Gefängnis fürchten oder ihr gesamtes Hab und Gut im Dienste am Anderen einsetzen – Personen wie Johanna von Orleans, Mahatma Gandhi oder Mutter Theresa. Auch verknüpfen wir oft hehre gesellschaftliche Ziele mit ethischem Handeln, wie der Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit, Armut, Hungersnöte und Naturkatastrophen. Wir bewundern diese Menschen für ihr Tun und der ein oder andere mag sich die Frage stellen: “Könnte ich auch so handeln?“ Viele würden im ersten Moment sagen: „Nein, das bringe ich nicht zustande!“ ohne sich bewusst zu sein, dass ethisches Handeln im Kleinen beginnt. Im Folgenden möchten wir den Blick auf den „kleinen Bruder“ der Heldentat richten: Die Ethik der kleinen Schritte oder alltägliche Ethik.


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