16. Oktober 2009

Mark Twain: „Persönliche Erinnerungen an Jeanne d’Arc“

Samuel Langhorne Clemens, besser bekannt als Mark Twain, schrieb über 10 Jahre an diesen „Personal Recollections of Joan of Arc“, und er selbst bezeichnete es anschließend als sein wichtigstes Werk. Warum? Im nachfolgenden wird versucht eine Antwort auf diese Frage zu geben.

Sein Werk wurde ursprünglich ab 1895 im Harper’s Magazine im Rahmen einer Reihe und in 1896 erstmals in Buchform veröffentlicht.

Gelungen ist Mark Twain eine sprachgewaltige, einzige große Liebeserklärung an Jeanne d’Arc, die damit von einer sehr persönlichen Auseinandersetzung mit Jeannes Geschichte, gleichzeitig aber auch von einem gründlichen Studium der Quellen zeugt.

Um die Darstellung möglichst objektiv erscheinen zu lassen, hat Mark Twain zwei fiktive Personen zwischen sich und den Leser geschaltet: den Pagen und Sekretär Jeanne d‘ Arcs, Louis de Conte, und den Übersetzer Jean Francois Aiden, der in eigenen Fußnoten zu den ’Erinnerungen’ Contes weitere Informationen hinzufügt. Die biographischen Fakten und der Ablauf der Ereignisse sind dennoch, von Nebensächlichkeiten abgesehen, authentisch; Authentisch deshalb, weil man sich vor Augen führen muss, dass der Lebenslauf von Jeanne d’Arc in einer Beziehung einmalig ist: „Es ist die Geschichte eines Menschenlebens, die unter Eid zu uns kommt, die einzige, die uns unmittelbar aus dem Zeugenstand überliefert wird.“* Die amtlichen Protokolle des Verurteilungsprozesses von 1431 sowie des ein Vierteljahrhundert späteren Rehabilitationsverfahrens sind noch im Nationalarchiv von Frankreich erhalten, und sie vermitteln uns mit erstaunlicher Breite die Umstände ihres Lebens. Kein anderer Lebenslauf jener fernen Zeit ist so sicher und so ausführlich bekannt wie der ihre.
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11. Oktober 2009

Arthur P. Ciaramicoli: „Der Empathie Faktor“

Der Autor ist niedergelassener Psychologe, der in seinem Buch sehr viel persönliche Erfahrung zusammenfasst, um dem Leser das Konzept der Empathie näher zu bringen. Zusätzlich zu seinen Erfahrungen schildert er zahlreiche Fallbeispiele aus seiner klinischen Praxis, um aufzuzeigen, wie wichtig es ist, die Empathie als treibende Kraft für ein harmonisches Leben zu wecken und im Umgang mit anderen zu pflegen. Dieses Buch richtet sich keineswegs nur an Berufskollegen, sondern an alle Menschen, die sich dafür interessieren, einen ethischeren Umgang mit ihren Mitmenschen zu pflegen und diese besser verstehen zu können.
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27. Juni 2009

Rückschau zum Vortrag „Zählt das Prinzip Verantwortung nicht mehr?“ Ein Einblick in Ursachen und Hintergründe der Finanzkrise

Zählt das Prinzip Verantwortung nicht mehr? Ein Einblick in Ursachen und Hintergründe der Finanzkrise

 

von Prof. Dr. Angela Poech am 22. Juni 2009 am Internationalen Begegnungszentrum der Wissenschaft, München, in Kooperation mit Ethica rationalis e.V., München

Unser herzlicher Dank geht an den Vorstand des Internationalen Begegnungszentrums der Wissenschaft (IBZ) und die Programmdirektorin Monika Stoermer für die Gelegenheit, die Arbeit des Vereins Ethica  Rationalis e.V. in diesem akademischen Rahmen vorzustellen.


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Mit der Frage „Zählt das Prinzip Verantwortung nicht mehr?“ leitete die Referentin in Bezugnahme auf den Titel ihren Vortrag ein. Der Grund für die Wahl dieses Titels sei, dass die gegenwärtige Wirtschaftskrise neben dem finanziellen Aspekt auch eine gesellschaftliche Dimension aufweise. „Das Prinzip Verantwortung“, ein Begriff des Philosophen  Hans Jonas, bringe zwei Dinge zusammen: Dass Menschen als freie Wesen Verantwortung tragen und dass dieses Tragen von Verantwortung im normativen Sinne zum Prinzip erhoben werden sollte. Handeln Menschen verantwortlich, handeln sie automatisch auch rücksichtsvoll, vorausschauend, umsichtig… und sie schätzen die Folgen ihres Handelns ab. Gerade dieses Abschätzen von Folgen bzw. das Einschätzen von finanziellen, aber auch wirtschaftlichen Risiken, von enormer Tragweite, sei offensichtlich im Rahmen von Finanzentscheidungen in vielen Fällen unterblieben.
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22. Januar 2009

Emotionale Intelligenz

EQ – Emotionale Intelligenz
 

Daniel Goleman

Daniel Goleman ist Psychologe, lehrt an verschiedenen Universitäten und ist seit vielen Jahren als Wissenschaftsjournalist, unter anderem für die New York Times, tätig. Sein in USA im Jahr 1995 erschienenes Buch war über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren auf Platz 1 der New York Times Bestsellerliste und wurde weltweit über fünf Millionen mal in rund 30 Sprachen verkauft. Goleman ist Mitbegründer der Collaborative for Academic, Social and Emotional Learning, die zunächst an der Yale University ihre Arbeit aufnahm und heute an der University of Illinois, Chicago, ihren Sitz hat. Diese Institution zielt darauf ab, Schulen zu helfen, emotionale Kenntnisse und Fertigkeiten (‚das emotionale Alphabet’) im Rahmen der Ausbildung zu vermitteln.


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20. Januar 2009

…trotzdem Ja zum Leben sagen

…trotzdem Ja zum Leben sagen.  Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager.

Viktor E. Frankl

Viktor Emil Frankl war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien, hatte aber auch Professuren in Amerika inne, an der Harvard University sowie an Universitäten in Dallas und Pittsburgh. Die U.S. International University in Kalifornien errichtete eigens für ihn eine Professur für Logotherapie – das ist die von Frankl geschaffene Psychotherapierichtung, auch die ‚Dritte Wiener Richtung’ genannt (nach der Psychoanalyse von Sigmund Freud und der Individualpsychologie von Alfred Adler). Von Universitäten in aller Welt wurden ihm 29 Ehrendoktorate verliehen.


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2. Januar 2009

Die universale Dimension der Ethik

Durch die schnellen Fortschritte in den Bereichen Technologie und Kommunikation der letzten Jahrzehnte hat sich die Welt zu einer globalen und stark vernetzten Gemeinschaft entwickelt. In einem Zeitalter, das mit nichts, was bisher dagewesen ist, vergleichbar wäre, und in dem politische und ökonomische Ereignisse in einer Region der Welt bedeutsame und zuweilen tragische Auswirkungen in tausenden Kilometern Entfernung haben, kann es sich keine Nation der Erde mehr leisten, ein Eiland des Wohlstandes inmitten eines Meeres von Leid und Elend zu bleiben. Vor diesem Hintergrund einer Welt, die von sich auflösenden Grenzen, aber auch von verfeindeten Ideologien gekennzeichnet ist, stellt sich die Entwicklung und Formulierung eines universalen und rationalen ethischen Verhaltenskodex als dringende Notwendigkeit dar, die nicht länger ignoriert werden kann.


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