16. Mai 2011

Mit Podcast die Lebenskunst der Stoa entdecken

Wenn wir von neuen Medien hören, wie Social Networks, Podcasts oder Blogs, verknüpfen wir das oft mit dem Missbrauch persönlicher Daten oder Zurschaustellung der Privatsphäre. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille! Wie so oft sind neue Methoden, ob in der Wirtschaft, Medizin oder Technik, nicht nur von Risiken, sondern auch von Chancen und der Möglichkeit auf Steigerung der Lebensqualität begleitet. Neue Medien lassen in vielen Fällen labyrinthartige Landschaften entstehen, wo Wissensschätze nur darauf warten, entdeckt zu werden.
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2. Mai 2011

Altruismus (Teil 2)

Wie lässt sich Eigenliebe in Nächstenliebe verwandeln?

 Schritt 1: Güte

Von der Eigenliebe zur Nächstenliebe… das sind große Worte. Aber der Anfang ist im Grunde denkbar einfach: Wir sollten in uns eine positive Einstellung zu anderen Menschen entwickeln, also eine Grundorientierung, die von Wohlwollen und Hinwendung geprägt ist. Allein diese Einstellung hat bereits eine Wirkung auf andere Menschen, selbst, wenn sie nicht in Worten oder Taten sichtbar wird. So zeigen etwa Untersuchungen zum Thema Judenrettung in der Nazi-Zeit1, dass die Einstellung zu Themen wie Gerechtigkeit und Menschlichkeit das Hilfeverhalten unter natürlichen Bedingungen beeinflusst: Die Retter unterschieden sich von der Vergleichsgruppe der Nicht-Retter dadurch, dass sie mehr das Wohlwollen gegenüber bedrohten Menschen betonten, dass sie die universellen Anforderungen ethischer Regeln einforderten und persönliche Verantwortung und Verpflichtungsgefühle zum Ausdruck brachten. Sie zeigten somit insgesamt eine höhere „soziale Verantwortung“, wie die Psychologie es definiert.


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18. April 2011

Rückschau zur Veranstaltung: ‚Verantwortung lernen, Verantwortung lehren – wie setze ich das in die Praxis um?‘ vom 1. April 2011

Bereits im Herbst letzten Jahres hat Ethica Rationalis das Thema „Verantwortung in der Hochschulbildung“ aufgegriffen und in einer Expertenrunde diskutiert.

Um den Faden wieder aufzunehmen, luden wir Dozenten, Mitarbeiter und Studierende aus den drei Münchner Hochschulen sowie Praktiker und Alumni ein, um diese Fragen zu vertiefen und zu konkretisieren. In einem Workshop ging es nun darum, zu fragen, wie man Verantwortung und Verantwortlichkeit lehren und erlernen könnte. Ziel war es, ein Lehr-Lernmodul zu entwickeln, das von Dozenten in Vorlesungen, Seminaren und Workshops eingesetzt werden kann. Frau Dr. Birgitta Kopp, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie an der LMU München und eine erfahrene Expertin im Bereich interaktiven und projektbasierten Lernens, übernahm die Moderation. Sie ging zunächst auf das problem- oder handlungsorientierte Lernen ein und erläuterte anschließend die verschiedenen Facetten von ‚Kompetenz’, unter anderem Selbst-, Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz.
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2. April 2011

Altruismus (Teil 1)

Was bedeutet das für uns: „Den Nächsten lieben wie sich selbst“?

Es gibt ein Gebot, das in den drei Religionen, die von Abraham abstammen, eine zentrale Rolle spielt: Das Gebot der Nächstenliebe. So heißt es etwa im zweiten Kapitel des Philipper Briefs: „Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.“ Damit ist die Aufforderung verknüpft, nicht nur an die eigenen Bedürfnisse zu denken, sondern über den Tellerrand hinaus zu blicken, das Wohl der Mitmenschen im Auge und für deren Nöte und Sorgen ein offenes Ohr zu haben. Auch finden wir bei Mohammed, dem Propheten des Islam, den Satz: „Niemand von Euch hat den Glauben erlangt, solange er nicht für seine Brüder liebt, was er für sich selbst liebt.“1 In beiden Aussprüchen erkennen wir die Goldene Regel, die jenseits von Konfessionen allgemeine Gültigkeit besitzt: Dass wir für andere wünschen, was wir für uns selbst wünschen, und von anderen fernhalten, was wir selbst nicht für uns möchten. Bemerkenswert ist auch, dass es aus theologischer Sicht eine enge Verknüpfung zwischen Gottes- und Nächstenliebe gibt: „Was Ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan.“2 Für den Gläubigen bedeutet dies, dass er dem Schöpfer nicht nur auf direktem Wege nahekommen kann, sondern auch durch andere Menschen: „Verborgen im Herz eines jeden Menschen sitzt ein göttlicher Partikel: die Herzen anderer anzuziehen, bedeutet also, die göttliche Gnade anzuziehen.“3


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14. März 2011

Humanität und ethisches Handeln in der Medizin – Konsequenzen für die Lehre

Rückschau zur Podiumsdiskussion am 25. Februar 2011

Nach der Begrüßung durch Frau Professor Dr. Angela Poech, Vorsitzende von Ethica Rationalis e.V., sprach Dr. med. Kambiz Rahbar, ebenfalls Vorstandsmitglied des Vereins, über die Wichtigkeit von ethischem Verhalten in der Gesellschaft bzw. im ärztlichen Beruf. In seiner Einführung in das Thema des Abends legte Kambiz Rahbar den Fokus auf die ethischen Dilemmata, mit denen die Menschen täglich konfrontiert sind, ob es ihnen bewusst ist oder nicht. Die Entscheidungen, die wir treffen, hätten nicht nur für uns selbst Konsequenzen, sie könnten das Leben anderer ebenso beeinflussen – wie viel mehr, so der Referent, trifft das doch auf den Arztberuf zu! In jeder Entscheidung müsse der Behandelnde die ethischen Aspekte mitbedenken, sich an die Stelle des anderen versetzen und überlegen, ob er selbst so behandelt werden möchte. Letztendlich führe dies zur Frage, was können Lehrende jungen Menschen mitgeben, um sie besser für das zu rüsten, was sie in ihrem beruflichen und medizinischen Alltag an schwierigen und herausfordernden Situationen erwartet?


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26. Februar 2011

Die Goldene Regel

Eine „goldene“ Regel? Wenn etwas mit „golden“ assoziiert wird, dann doch deshalb, weil es für uns einen hohen Wert besitzt. Was also ist der Wert dieser Regel? Was bedeutet sie im Kontext ethischen Handelns? Der folgende Beitrag will kurz den Ursprüngen des Begriffs nachgehen, einen Hinweis auf dessen wahre Bedeutung geben und schließlich die konkreten Auswirkungen sowie die unschätzbare Nützlichkeit dieses Grundsatzes der praktischen Ethik erläutern:

Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest.


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