20. September 2010

Ethisches Handeln im Alltag – wie geht das?

Vor einigen Wochen hat ein Mann in München ein Kind vor dem Ertrinken gerettet – er selbst hat das nicht überlebt. Diese Art von selbstlosen Heldentaten kommt uns in den Sinn, wenn wir an „ethisches Verhalten“ denken. Wir denken an Menschen, die so fest an ihre Überzeugungen glauben, dass sie weder Verleumdung noch Gefängnis fürchten oder ihr gesamtes Hab und Gut im Dienste am Anderen einsetzen – Personen wie Johanna von Orleans, Mahatma Gandhi oder Mutter Theresa. Auch verknüpfen wir oft hehre gesellschaftliche Ziele mit ethischem Handeln, wie der Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit, Armut, Hungersnöte und Naturkatastrophen. Wir bewundern diese Menschen für ihr Tun und der ein oder andere mag sich die Frage stellen: “Könnte ich auch so handeln?“ Viele würden im ersten Moment sagen: „Nein, das bringe ich nicht zustande!“ ohne sich bewusst zu sein, dass ethisches Handeln im Kleinen beginnt. Im Folgenden möchten wir den Blick auf den „kleinen Bruder“ der Heldentat richten: Die Ethik der kleinen Schritte oder alltägliche Ethik.


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2. August 2010

Soziale Intelligenz

Soziale Intelligenz: Wer auf andere zugehen kann, hat mehr vom Leben von Daniel Goleman

Im Jahr 1995 erschien das Buch EQ: „Emotionale Intelligenz“ des amerikanischen Journalisten und Psychologen Daniel Goleman, das sich mit der Bedeutung der Emotionen für den Lebenserfolg und das Lebensglück beschäftigt.

In diesem Buch spricht Goleman nun von der Übertragbarkeit von Gefühlen und Emotionen und vergleicht dies mit der Übertragung eines Grippe-Virus. Ausgehend von der Annahme, dass wir selbst die Emotionen bzw. die Stimmung in einer Situation beeinflussen können, betrachtet der Autor die Übertragung von Gefühlen im positiven wie negativen Sinne als etwas ‚Ansteckendes’. Durch unser Verhalten, unsere Laune, durch eine Geste oder ein Wort können wir in einer anderen Person Ärger oder Freude erzeugen – und umgekehrt kann dasselbe mit uns geschehen: „Ähnlich wie beim Passivrauchen wirken die freigesetzten Gefühle, die einem vergifteten inneren Zustand entspringen, schädlich auf die zufällig Anwesenden.“ (S. 25)


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19. Juli 2010

Lebe, was du bist: klug – gerecht – tapfer – maßvoll

Lebe, was du bist: klug – gerecht – tapfer – maßvoll. Ein Brevier der Tugenden von Abt Johannes Eckert

Ausgehend vom Wertegefüge der westlichen Gesellschaft fragt das Buch nach der Bedeutung von ‚Tugend’ in der heutigen Zeit. Gleich zu Beginn erläutert der Autor, Abt Johannes Eckert, den etwas aus der Mode gekommenen Begriff – der sich auf die vier Kardinaltugenden der Antike bezieht –, indem er ihn in den Kontext der Herausforderungen unserer Zeit stellt. So wird aus der Tugend der ‚Klugheit’ Urteilsvermögen und Entscheidungskompetenz, aus ‚Gerechtigkeit’ wird Fairness und Berechenbarkeit, ‚Tapferkeit’ wird zu Courage, Mut und Unternehmertum, und das ‚rechte Maß’ wird zu Balance.


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7. Juni 2010

Shifting Perspectives – Changing Your Outlook for Positive Results

Shifting Perspectives – Changing Your Outlook for Positive Results von Olivier de Brivezac und Emmanuel Comte

Vermutlich haben die meisten von uns schon einmal die Erfahrung gemacht, nur noch die negative Seite der Dinge zu sehen: Man beklagt sich, macht „die Anderen“ für sein Unglück verantwortlich, ist mit nichts zufrieden. Steigert sich dieser Zustand noch, wird jedes Vorkommnis als Bestätigung für die schlechte Absicht des Gegenübers, jedes Erlebnis als Ungerechtigkeit gesehen. Manchmal geht man sogar soweit anzunehmen, „dass sich das Schicksal gegen uns verschworen hat“. Diese Art das Leben zu sehen, macht uns pessimistisch, demotiviert, frustriert – es führt uns zu der Annahme, ungerecht behandelt zu werden oder schürt Neid in uns auf all jene, „denen es besser geht“. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass diese Art, die Dinge zu sehen, zu einem hohen Leidensdruck führt. Die betroffene Person lebt in ihrer Wahrnehmung auf der Schattenseite des Lebens und fühlt sich von übelwollenden Zeitgenossen verfolgt.
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16. Mai 2010

Die drei „V“ – Vorbild, Verantwortung und Vertrauen als Säulen einer ethischen Menschenführung

Im Jahr 2001 stand das US-Energieunternehmen ENRON vor dem Aus: Bilanzfälschungen, fingierte geschäftliche Transaktionen und betrügerische Manipulationen des Aktienkurses kamen ans Licht. 20.000 Leute verloren ihre Arbeit, Topmanager und Mitarbeiter wurden angeklagt, und der Kopf des Unternehmens, Jeffrey Skilling, erhielt 24 Jahre Haft. Dieses Ereignis hatte zur Folge, dass sich die Gesetze in USA verschärften. Es galt zu verhindern, dass jemals wieder ein Unternehmen Bilanzbetrug in diesem Ausmaß begehen kann. Im Dokumentarfilm „Enron – The Smartest Guys in the Room“ („Die schlauesten Köpfe im Raum“) wird auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie ein ganzes Unternehmen eine „Kultur der Unehrlichkeit“ herausbildete, in das nicht nur die obersten Führungskräfte, sondern auch viele Mitarbeiter unterer Ebenen verwickelt waren. Die Frage ist nun: Wie kann so etwas verhindert werden? Was muss die Führung eines Unternehmens tun, damit sich eine „Kultur der Ehrlichkeit“ herausbilden kann? Wie können Mitarbeiter zu ethischem Handeln motiviert werden?


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28. Februar 2010

Hermann Hesse: „Franz von Assisi“

Franz von Assisi ist eine Biographie, die Hermann Hesse über diesen berühmten Heiligen verfasst hat und die 1904 erschienen ist. Das Buch wird durch die wunderschönen Fresken von Giotto in der Kirche zu Assisi, den berühmten Sonnengesang, und die Original-Handschriften des Franz von Assisi geschmückt.

Das Werk erzählt von einem unbekannten jungen Menschen aus Umbrien, der eines Tages dem Ruf seines Gewissens folgt und in tiefer Demut beschließt, ohne weltliche Güter ein unbekümmerter Jünger des Heilands zu werden. So wird das Leben von Giovanni Bernardone geschildert, genannt St. Franziskus von Assisi, der Anfang des 13. Jahrhunderts lebte. Er wurde im Jahre 1182 als Sohn des wohlhabenden Kaufmanns Pietro Bernardone geboren. Franz warf sich mit Leidenschaft auf ein prächtig festliches Leben und schonte seines Vaters Geldbörse nicht. Bereits in diesem spielerischen, noch jugendlichen Treiben zeichnete sich bereits seine besondere Persönlichkeit ab, die sich im Leben ein Ziel setzt und diesem Ziel mit völliger Hingabe und Willensstärke folgen möchte. Hesse ist bemüht das Leben und die Wandlung von Giovanni Bernardones Leben zum Heiligen Franziskus von Assisi jenseits jedweder christlichen Dogmatik aufzuzeigen.
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