21. April 2010

Rückschau zum Vortrag „Ethisches Handeln als Grundlage nachhaltigen Wirtschaftens“ am 15. April 2010

Der Vortrag, der im Rahmen der Ringvorlesung „Zukunft gestalten – Ansätze nachhaltiger Entwicklung“ am Campus Pasing der Hochschule München stattfand, stieß sowohl bei Studierenden der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, als auch bei Professoren und Dozenten aus den drei Campus-Fakultäten sowie externen Gästen auf reges Interesse.

Zu Beginn definierte Angela Poech, Professorin für Entrepreneurship an der Hochschule München, den Begriff der Nachhaltigkeit in seinen wesentlichen zwei Dimensionen: So stellt sich Nachhaltigkeit zum einen als eine Form des Wirtschaftens dar, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. Zum anderen kann nachhaltiges Handeln als ein umfassendes gesellschaftliches Konzept des Wandels gesehen werden, das das Ziel hat, die Lebensqualität der Menschen allgemein zu verbessern.
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28. Februar 2010

Hermann Hesse: „Franz von Assisi“

Franz von Assisi ist eine Biographie, die Hermann Hesse über diesen berühmten Heiligen verfasst hat und die 1904 erschienen ist. Das Buch wird durch die wunderschönen Fresken von Giotto in der Kirche zu Assisi, den berühmten Sonnengesang, und die Original-Handschriften des Franz von Assisi geschmückt.

Das Werk erzählt von einem unbekannten jungen Menschen aus Umbrien, der eines Tages dem Ruf seines Gewissens folgt und in tiefer Demut beschließt, ohne weltliche Güter ein unbekümmerter Jünger des Heilands zu werden. So wird das Leben von Giovanni Bernardone geschildert, genannt St. Franziskus von Assisi, der Anfang des 13. Jahrhunderts lebte. Er wurde im Jahre 1182 als Sohn des wohlhabenden Kaufmanns Pietro Bernardone geboren. Franz warf sich mit Leidenschaft auf ein prächtig festliches Leben und schonte seines Vaters Geldbörse nicht. Bereits in diesem spielerischen, noch jugendlichen Treiben zeichnete sich bereits seine besondere Persönlichkeit ab, die sich im Leben ein Ziel setzt und diesem Ziel mit völliger Hingabe und Willensstärke folgen möchte. Hesse ist bemüht das Leben und die Wandlung von Giovanni Bernardones Leben zum Heiligen Franziskus von Assisi jenseits jedweder christlichen Dogmatik aufzuzeigen.
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10. Dezember 2009

Rückschau zum Vortrag „Okzident trifft Orient – Die universale Dimension der Ethik am Beispiel zweier wegweisender Frauen“

Die Veranstaltung wurde mit einer kurzen Einführung der Vorstandsvorsitzenden von Ethica Rationalis, Prof. Dr. Angela Poech, eröffnet. Sie definierte zunächst den Begriff ‚universale Ethik’ und zeigte dann drei Dimensionen auf, die für die beiden Frauenpersönlichkeiten relevant sind: In zeitlicher, religiöser und kultureller Hinsicht gibt es Parallelen, wie diese beiden Vorstreiterinnen sich dafür einsetzten, ihr Umfeld zum Besseren zu gestalten. Um die Widerstände zu überwinden, mit denen sie als Frauen in einer von Männern dominierten Gesellschaft konfrontiert waren, setzten sie universale Tugenden ein, wie den Glauben an sich selbst und die eigene Botschaft sowie innere Unabhängigkeit und unbeirrtes Festhalten an den eigenen Zielen und Idealen. Aber auch Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein gehören dazu, um die eigenen Begabungen zu entwickeln und anderen zugute kommen zu lassen.
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16. Oktober 2009

Mark Twain: „Persönliche Erinnerungen an Jeanne d’Arc“

Samuel Langhorne Clemens, besser bekannt als Mark Twain, schrieb über 10 Jahre an diesen „Personal Recollections of Joan of Arc“, und er selbst bezeichnete es anschließend als sein wichtigstes Werk. Warum? Im nachfolgenden wird versucht eine Antwort auf diese Frage zu geben.

Sein Werk wurde ursprünglich ab 1895 im Harper’s Magazine im Rahmen einer Reihe und in 1896 erstmals in Buchform veröffentlicht.

Gelungen ist Mark Twain eine sprachgewaltige, einzige große Liebeserklärung an Jeanne d’Arc, die damit von einer sehr persönlichen Auseinandersetzung mit Jeannes Geschichte, gleichzeitig aber auch von einem gründlichen Studium der Quellen zeugt.

Um die Darstellung möglichst objektiv erscheinen zu lassen, hat Mark Twain zwei fiktive Personen zwischen sich und den Leser geschaltet: den Pagen und Sekretär Jeanne d‘ Arcs, Louis de Conte, und den Übersetzer Jean Francois Aiden, der in eigenen Fußnoten zu den ’Erinnerungen’ Contes weitere Informationen hinzufügt. Die biographischen Fakten und der Ablauf der Ereignisse sind dennoch, von Nebensächlichkeiten abgesehen, authentisch; Authentisch deshalb, weil man sich vor Augen führen muss, dass der Lebenslauf von Jeanne d’Arc in einer Beziehung einmalig ist: „Es ist die Geschichte eines Menschenlebens, die unter Eid zu uns kommt, die einzige, die uns unmittelbar aus dem Zeugenstand überliefert wird.“* Die amtlichen Protokolle des Verurteilungsprozesses von 1431 sowie des ein Vierteljahrhundert späteren Rehabilitationsverfahrens sind noch im Nationalarchiv von Frankreich erhalten, und sie vermitteln uns mit erstaunlicher Breite die Umstände ihres Lebens. Kein anderer Lebenslauf jener fernen Zeit ist so sicher und so ausführlich bekannt wie der ihre.
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11. Oktober 2009

Arthur P. Ciaramicoli: „Der Empathie Faktor“

Der Autor ist niedergelassener Psychologe, der in seinem Buch sehr viel persönliche Erfahrung zusammenfasst, um dem Leser das Konzept der Empathie näher zu bringen. Zusätzlich zu seinen Erfahrungen schildert er zahlreiche Fallbeispiele aus seiner klinischen Praxis, um aufzuzeigen, wie wichtig es ist, die Empathie als treibende Kraft für ein harmonisches Leben zu wecken und im Umgang mit anderen zu pflegen. Dieses Buch richtet sich keineswegs nur an Berufskollegen, sondern an alle Menschen, die sich dafür interessieren, einen ethischeren Umgang mit ihren Mitmenschen zu pflegen und diese besser verstehen zu können.
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27. Juni 2009

Rückschau zum Vortrag „Zählt das Prinzip Verantwortung nicht mehr?“ Ein Einblick in Ursachen und Hintergründe der Finanzkrise

Zählt das Prinzip Verantwortung nicht mehr? Ein Einblick in Ursachen und Hintergründe der Finanzkrise

 

von Prof. Dr. Angela Poech am 22. Juni 2009 am Internationalen Begegnungszentrum der Wissenschaft, München, in Kooperation mit Ethica rationalis e.V., München

Unser herzlicher Dank geht an den Vorstand des Internationalen Begegnungszentrums der Wissenschaft (IBZ) und die Programmdirektorin Monika Stoermer für die Gelegenheit, die Arbeit des Vereins Ethica  Rationalis e.V. in diesem akademischen Rahmen vorzustellen.


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Mit der Frage „Zählt das Prinzip Verantwortung nicht mehr?“ leitete die Referentin in Bezugnahme auf den Titel ihren Vortrag ein. Der Grund für die Wahl dieses Titels sei, dass die gegenwärtige Wirtschaftskrise neben dem finanziellen Aspekt auch eine gesellschaftliche Dimension aufweise. „Das Prinzip Verantwortung“, ein Begriff des Philosophen  Hans Jonas, bringe zwei Dinge zusammen: Dass Menschen als freie Wesen Verantwortung tragen und dass dieses Tragen von Verantwortung im normativen Sinne zum Prinzip erhoben werden sollte. Handeln Menschen verantwortlich, handeln sie automatisch auch rücksichtsvoll, vorausschauend, umsichtig… und sie schätzen die Folgen ihres Handelns ab. Gerade dieses Abschätzen von Folgen bzw. das Einschätzen von finanziellen, aber auch wirtschaftlichen Risiken, von enormer Tragweite, sei offensichtlich im Rahmen von Finanzentscheidungen in vielen Fällen unterblieben.
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