29. November 2010

Verantwortung lernen, Verantwortung lehren? Wie weit geht der Auftrag der Hochschulen?

Rückschau zur Podiumsdiskussion in Kooperation von
Hochschule München, TU München, IBZ München und Ethica Rationalis e.V. am 8. November 2010

Unser herzlicher Dank geht an den Vorstand des Internationalen Begegnungszentrums der Wissenschaft (IBZ) und die Programmdirektorin Monika Stoermer für die Gelegenheit, diese Veranstaltung als Kooperation von Ethica Rationalis mit dem IBZ, der Hochschule München und der TU München durchzuführen.

Nach der Begrüßung durch Monika Stoermer vom Internationalen Begegnungszentrum der Wissenschaft schickte Gabriele Vierzigmann, Vizepräsidentin der Hochschule München, in ihrem Grußwort einige thesenartige Anmerkungen zum Leitthema ‚Verantwortung’ voraus: Ein wesentlicher Kollateralschaden des Bologna-Prozesses seien unter anderem verunsicherte Studierende, die Orientierung suchten und bräuchten; in Hinblick auf die akademische Bildung und den Unterschied der Hochschulbildung gegenüber anderen Bildungswegen fehle ihrer Meinung nach eine Kultur des Diskurses.

Sie warf auch die Frage auf, wie sich Studierende in Hochschulen beteiligen sollten, die zwischen Selbstverwaltungs-Stress und quasi-unternehmerischem Anspruch ständigem Wandel und Unruhe unterworfen seien. Und schließlich fragte sie: „Wen meinen wir denn eigentlich mit ‚Studierenden’?“ und zog den Schluss, dass das Thema ‚Diversity‘ eine zunehmende Herausforderung sein werde, auf die sich die Hochschulen einstellen müssten.
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10. November 2010

365 Tage mit Dale Carnegie

Dale Carnegie ist den meisten Menschen wohl aus seinen zwei Büchern ‚Sorge dich nicht, lebe!’ und ‚Wie man Freunde gewinnt’ bekannt. Beide Werke sind seit Jahrzehnten Bestseller und haben an Aktualität nichts eingebüßt. Carnegies Stärke besteht darin, dass er sich wunderbar in die Ängste, Sorgen und Nöte der Menschen einfühlen kann (er hat dazu selbst Untersuchungen durchgeführt). Diesen fundamentalen emotionalen Erfahrungen, mit denen jeder von uns zu kämpfen hat, stellt er Mittel und Möglichkeiten gegenüber, um mit negativen Gefühlen besser zurechtzukommen und sich selbst den Weg zu einem glücklicheren und sorgenfreieren Leben zu ebnen.


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4. Oktober 2010

Die vier Prinzipien ethischen Handelns in der Medizin

Wenn wir uns krank fühlen, gehen wir zum Arzt – in dem Glauben, dass er uns helfen wird. Wir nehmen ganz selbstverständlich an, dass er in der Diagnose der Symptome sorgfältig vorgeht, dass er die richtige Therapie bestimmt und die wirksamsten Medikamente aussucht. Eine ethische Grundorientierung ist für uns Teil des Arztberufs – geht er doch auf den hippokratischen Eid zurück, der seit der Antike Gültigkeit besitzt. Doch im medizinischen Alltag steht der Arzt heute vor großen Herausforderungen. Im Gesundheitswesen herrscht Finanzknappheit, täglich überströmen neue Geräte und Medikamente den Markt, der administrative Aufwand stellt die eigentliche heilerische Tätigkeit in den Hintergrund. Ganz zu schweigen von den heiklen medizinischen Fragen der Bioethik: Transplantationsmedizin, Genforschung, Sterbehilfe usw. Der folgende Beitrag soll einen kurzen Überblick über die ethischen Herausforderungen geben, die ein Arzt heute in seinem Beruf meistern muss.


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20. September 2010

Ethisches Handeln im Alltag – wie geht das?

Vor einigen Wochen hat ein Mann in München ein Kind vor dem Ertrinken gerettet – er selbst hat das nicht überlebt. Diese Art von selbstlosen Heldentaten kommt uns in den Sinn, wenn wir an „ethisches Verhalten“ denken. Wir denken an Menschen, die so fest an ihre Überzeugungen glauben, dass sie weder Verleumdung noch Gefängnis fürchten oder ihr gesamtes Hab und Gut im Dienste am Anderen einsetzen – Personen wie Johanna von Orleans, Mahatma Gandhi oder Mutter Theresa. Auch verknüpfen wir oft hehre gesellschaftliche Ziele mit ethischem Handeln, wie der Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit, Armut, Hungersnöte und Naturkatastrophen. Wir bewundern diese Menschen für ihr Tun und der ein oder andere mag sich die Frage stellen: “Könnte ich auch so handeln?“ Viele würden im ersten Moment sagen: „Nein, das bringe ich nicht zustande!“ ohne sich bewusst zu sein, dass ethisches Handeln im Kleinen beginnt. Im Folgenden möchten wir den Blick auf den „kleinen Bruder“ der Heldentat richten: Die Ethik der kleinen Schritte oder alltägliche Ethik.


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2. August 2010

Soziale Intelligenz

Soziale Intelligenz: Wer auf andere zugehen kann, hat mehr vom Leben von Daniel Goleman

Im Jahr 1995 erschien das Buch EQ: „Emotionale Intelligenz“ des amerikanischen Journalisten und Psychologen Daniel Goleman, das sich mit der Bedeutung der Emotionen für den Lebenserfolg und das Lebensglück beschäftigt.

In diesem Buch spricht Goleman nun von der Übertragbarkeit von Gefühlen und Emotionen und vergleicht dies mit der Übertragung eines Grippe-Virus. Ausgehend von der Annahme, dass wir selbst die Emotionen bzw. die Stimmung in einer Situation beeinflussen können, betrachtet der Autor die Übertragung von Gefühlen im positiven wie negativen Sinne als etwas ‚Ansteckendes’. Durch unser Verhalten, unsere Laune, durch eine Geste oder ein Wort können wir in einer anderen Person Ärger oder Freude erzeugen – und umgekehrt kann dasselbe mit uns geschehen: „Ähnlich wie beim Passivrauchen wirken die freigesetzten Gefühle, die einem vergifteten inneren Zustand entspringen, schädlich auf die zufällig Anwesenden.“ (S. 25)


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19. Juli 2010

Lebe, was du bist: klug – gerecht – tapfer – maßvoll

Lebe, was du bist: klug – gerecht – tapfer – maßvoll. Ein Brevier der Tugenden von Abt Johannes Eckert

Ausgehend vom Wertegefüge der westlichen Gesellschaft fragt das Buch nach der Bedeutung von ‚Tugend’ in der heutigen Zeit. Gleich zu Beginn erläutert der Autor, Abt Johannes Eckert, den etwas aus der Mode gekommenen Begriff – der sich auf die vier Kardinaltugenden der Antike bezieht –, indem er ihn in den Kontext der Herausforderungen unserer Zeit stellt. So wird aus der Tugend der ‚Klugheit’ Urteilsvermögen und Entscheidungskompetenz, aus ‚Gerechtigkeit’ wird Fairness und Berechenbarkeit, ‚Tapferkeit’ wird zu Courage, Mut und Unternehmertum, und das ‚rechte Maß’ wird zu Balance.


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