Das KonTEXT Leseprojekt der Hochschule München hat Ende Juni den mit 20.000 Euro dotierten Hauptpreis des „HanseMerkur Preis für Kinderschutz“ erhalten. Straffällig gewordene Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren sollen durch diese Initiative angeregt werden, über sich selbst nachzudenken und Interesse am Lesen zu wecken.

„Nicht selten verbergen sich hinter den Straftaten ernsthafte persönliche Probleme, angefangen bei Konflikten in der Familie über Schwierigkeiten in der Schule bis hin zu Verlusten wichtiger Bezugspersonen und massiven Gewalterfahrungen. Ob da Jugendarrest oder Sozialstunden immer die richtigen Maßnahmen sind?“, fragte sich Prof. Dr. Caroline Steindorff-Classen. Die Antwort darauf ist das 2010 von ihr ins Leben gerufene KonTEXT Leseprojekt. Über die Auszeichnung freut sich Prof. Dr. Steindorff-Classen sehr: „Die Auszeichnung von KonTEXT mit dem renommierten HanseMerkur Kinderschutzpreis, der zugleich einer der ältesten Sozialpreise Deutschlands ist, stellt eine ganz besondere Anerkennung des Projekts dar.“

Die Angebote dienen nicht nur dazu, das Selbstwertgefühl der Jugendlichen mit wertschätzendem Umgang zu stärken. Sie leisten auch einen Beitrag zur sozialen Integration und Bildung einer Gruppe von oftmals besonders benachteiligten jungen Menschen. Die Einschätzung einer 16-jährigen Teilnehmerin des KonTEXT Projekts: „Diese Maßnahme finde ich auf jeden Fall sinnvoller als die üblichen. Jeder Jugendliche sollte die Chance bekommen, sich auf diese Art und Weise zu bessern und was dazu zu lernen.“ Der nachhaltige Effekt der Erfahrung und Betreuung durch KonTEXT kann nicht hoch genug eingeschätzt werden – übrigens nicht nur für die betroffenen Jugendlichen, sondern auch für die MentorInnen! 

KonTEXT hat verschiedene Wirkungsbereiche: an der Hochschule selbst, aber auch in den Jugendarrestanstalten München und Landshut sowie in der U-Haft-Abteilung der Justizvollzugsanstalt München. An der HM werden Leseweisungen angeboten, bei denen die Jugendlichen sich selbst ein Jugendbuch aus über 300 Büchern auswählen können, das sie dann begleitet von MentorInnen lesen. Am Ende erstellen die Jugendlichen Abschlussarbeiten, die die Inhalte der Bücher verarbeiten sollen, zum Beispiel in Form einer Kurzgeschichte oder eines Plakats. Insgesamt haben bereits über 2.000 Personen an den Maßnahmen teilgenommen.

Autorin: Cathrin Cailliau, Presseabteilung der Hochschule München
Redaktionelle Bearbeitung: Angela Poech, Ethica Rationalis

Originalbeitrag zu finden unter:
https://www.fh-muenchen.de/allgemein/aktuelles/news/news_detailseite_141121.de.html


Dieser Artikel ist verschlagwortet mit: ,

Artikel weiterempfehlen Artikel weiterempfehlen