11. September 2017

Ethische Kompetenz und die Natur des Selbst

„Ethical Literacy“ – wie treffend im Englischen, wie unübersetzbar ins Deutsche! „Literacy“, das bedeutet, die Grundlagen des Lesens, Schreibens und Rechnens zu beherrschen, „alphabetisiert zu sein“ und von daher fähig, sich im täglichen Leben zurechtzufinden. „Ethical Literacy“ ist also etwas wie „ethische Bildung“ oder auch „ethische Kompetenz“ (sowohl der Prozess als auch das Ergebnis). Insofern macht der Untertitel des Buchs von Nahal Jafroudi (Rethinking the Human Person, Peter Lang 2016) erst einmal neugierig: „Moral Landscape and Ethical Literacy“ – etwa ein Handbuch für die Definition ethischer Kompetenzen, gar eine Anleitung für Schulen oder Lehrer, wie diese erworben werden kann?
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6. August 2017

Rückschau zur Veranstaltung „PhiloBrunch – Ethik in Extremsituationen“ vom 22. Juli 2017

Bereits zum wiederholten Male stand Interessierten die Teilnahme am PhiloBrunch in der gemütlichen Clubatmosphäre des Internationalen Begegnungszentrums der Wissenschaft (IBZ) in München offen. Mit diesem Format bietet Ethica Rationalis ein Forum für den Gedankenaustausch zwischen Gleichgesinnten – in kleinen Gruppen werden bei einem ausgedehnten Frühstück Fragen zur praktischen Ethik diskutiert.

Der 22. Juli ist in München von Trauer geprägt. Denn vor genau einem Jahr erschütterte ein Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum die Landeshauptstadt. Passend zum Gedenken an dieses Ereignis fand dieser PhiloBrunch zum Thema Trauerbegleitung statt; unser Gast war Martina Münch-Nicolaidis, Gründerin der YoungWings Stiftung und Senatorin der Wirtschaft.
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20. Juli 2017

Unser Partner KonTEXT erhält den HanseMerkur Preis für Kinderschutz!

Das KonTEXT Leseprojekt der Hochschule München hat Ende Juni den mit 20.000 Euro dotierten Hauptpreis des „HanseMerkur Preis für Kinderschutz“ erhalten. Straffällig gewordene Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren sollen durch diese Initiative angeregt werden, über sich selbst nachzudenken und Interesse am Lesen zu wecken.
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18. Mai 2017

Reisekosten: Ein ethisches Dilemma – was denken Sie?

Lesen Sie den untenstehenden Bericht von Cornelia und geben Sie Ihr Votum ab. Bitte beachten Sie, dass es nicht darum geht, die ‚richtige‘ oder ‚falsche‘ Antwort anzukreuzen. Die Wirklichkeit ist viel zu komplex, als dass sie darauf reduziert werden könnte. Auch wenn der Bericht wahr ist, so ist die Übung doch virtuell. Diese Umfrage dient allein dazu, die Reflexion und den Austausch zu fördern.

Ein ethisches Dilemma…

Cornelia hat einen Chef namens Herr K. Sie verreisen häufig zusammen und Herr K. lädt sie häufig zum Essen ein. Cornelia ist dankbar und freut sich über die Ersparnis. Nach einigen Jahren erfährt Cornelia von der gemeinsamen Sekretärin, dass Herr K. die Einladungen als Bewirtungskosten abgerechnet hat, was nicht erlaubt ist. Er hat Cornelia einfach als Kundin ausgegeben und die entstandenen Kosten zur Erstattung bei seinem Arbeitgeber eingereicht. Es handelte sich letztlich um keine Großzügigkeit von seiner Seite, sondern eine Methode, das Geld für seine privaten Essensausgaben vom Unternehmen zu erschleichen. Wie soll sich Cornelia verhalten, insbesondere vor dem Hintergrund, dass ihr Verhältnis zu ihrem Vorgesetzten schon seit einiger Zeit recht angespannt ist?

Was denken Sie?

Welche der folgenden Antworten würde Cornelia bei einer korrekten Analyse der Situation helfen? (Bitte kreuzen Sie eine Antwort an.)

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Autor: Das Redaktionsteam

18. Mai 2017

Neu! Ankündigung von Fallstudien zur praktischen Ethik

Wer in dieser Gesellschaft lebt, liebt und arbeitet, der steht früher oder später vor einem ethischen Problem. Sei es, weil er beobachtet, wie andere sich unrechtmäßig verhalten, sei es, weil er Opfer von ungerechtem Verhalten anderer wird, sei es, weil er seine Mitmenschen vor Angriffen anderer verteidigen oder schützen möchte. Diese Konfrontationen lassen sich auf eine einfache Formel bringen: Es geht um Rechte und Pflichten. Also um Fragen wie: Welche Rechte habe ich und wie kann ich diese durchsetzen? Welche Pflichten habe ich und wie setze ich diese in meinem Alltag um? Was geschieht, wenn Rechte verletzt werden oder Pflichten nicht eingehalten werden?

In den vielen Begegnungen mit Menschen, die sich in ihrem Verhalten von ethischen Werten leiten lassen, sind wir wiederholt auf diese Problematik gestoßen. Wenn wir nachfragten bei unseren Referenten, bei unseren Gästen oder Workshop-Teilnehmern, dann haben wir Einblicke in Situationen bekommen, die von den Betroffenen als „Dilemma“ oder „Zwickmühle“ erlebt wurden. Das hat uns aufhorchen lassen und so entwickelten wir die Idee, Fallstudien zur praktischen Ethik zu sammeln. Diese Fallstudien haben wir entweder in Büchern oder Artikeln gefunden oder sie wurden uns von den Betroffenen selbst berichtet. In jedem Falle gilt, dass diese Situationen, ob nun ein realer Hintergrund vorliegt oder nicht, als Gedankenspiele gesehen werden sollten. Als eine Möglichkeit, sich hineinzuversetzen in die beteiligten Personen und zu überlegen: Wie würde ich mich verhalten?

Ihre Meinung interessiert uns! Wir haben die Fallstudien im Rahmen von Veranstaltungen, wie zum Beispiel unserem regelmäßig stattfindenden PhiloBrunch, diskutiert. Nun möchten wir von Ihnen wissen, was Sie davon halten. Dazu haben wir ein Umfragetool aufgesetzt, das Ihnen ermöglicht, aus den vorgegebenen Antwortoptionen diejenigen auszuwählen, die Sie für richtig oder angemessen halten. Wir werten die Ergebnisse der Umfrage zu jeder Fallstudie aus und veröffentlichen in der Folge einen Bericht darüber auf unserer Webseite.

Wir freuen uns auf Ihre aktive Teilnahme!

Starten Sie gleich durch und geben Sie Ihr Votum zu unserer ersten Fallstudie ab: „Reisekosten: Ein ethisches Dilemma – was denken Sie?“

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme.

 

Das Redaktionsteam

8. Februar 2017

Was ist ein ethisches Dilemma?

In jüngster Zeit macht ein Begriff im täglichen Sprachgebrauch Furore: Ethisches Dilemma. Gerade im beruflichen Umfeld kommen viele Menschen immer häufiger in Konfliktsituationen, die ausweglos scheinen. Sie bekommen Vorgaben von Vorgesetzten, Kunden oder Lieferanten, geraten dadurch unter Druck und sehen sich gezwungen, den Druck an andere weiterzugeben. Sie spüren dabei mehr oder weniger deutlich, dass etwas nicht stimmt – ihr Gewissen rebelliert und ihre Vernunft sagt ihnen, dass das geforderte Verhalten nicht mit ihrem inneren Wertekompass übereinstimmt. In vielen Fällen lassen sich solche Konflikte mit ein wenig Fingerspitzengefühl auflösen. Aber es gibt auch Fälle, da erscheint jeder Lösungsweg ‚schlecht‘ – schlecht deshalb, weil er stets mit Schaden für mindestens eine der beteiligten Personen verbunden ist, oftmals auch für den Betreffenden selbst. Da jeder von uns unweigerlich in solche ‚ethischen Fallen‘ tappt, ist der erste Schritt zur Lösung die Reflexion: Erkennen, was die Situation wirklich ausmacht, welche Handlungsoptionen man hat, wer beteiligt ist, wie das Machtgefüge in der Gruppe aussieht, welchen Anteil man selbst an der Situation hat und schließlich, was die eigene Pflicht oder Verantwortung ist. Erst dann lässt sich eine vernünftige Entscheidung fällen.
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