18. Mai 2017

Neu! Ankündigung von Fallstudien zur praktischen Ethik

Wer in dieser Gesellschaft lebt, liebt und arbeitet, der steht früher oder später vor einem ethischen Problem. Sei es, weil er beobachtet, wie andere sich unrechtmäßig verhalten, sei es, weil er Opfer von ungerechtem Verhalten anderer wird, sei es, weil er seine Mitmenschen vor Angriffen anderer verteidigen oder schützen möchte. Diese Konfrontationen lassen sich auf eine einfache Formel bringen: Es geht um Rechte und Pflichten. Also um Fragen wie: Welche Rechte habe ich und wie kann ich diese durchsetzen? Welche Pflichten habe ich und wie setze ich diese in meinem Alltag um? Was geschieht, wenn Rechte verletzt werden oder Pflichten nicht eingehalten werden?

In den vielen Begegnungen mit Menschen, die sich in ihrem Verhalten von ethischen Werten leiten lassen, sind wir wiederholt auf diese Problematik gestoßen. Wenn wir nachfragten bei unseren Referenten, bei unseren Gästen oder Workshop-Teilnehmern, dann haben wir Einblicke in Situationen bekommen, die von den Betroffenen als „Dilemma“ oder „Zwickmühle“ erlebt wurden. Das hat uns aufhorchen lassen und so entwickelten wir die Idee, Fallstudien zur praktischen Ethik zu sammeln. Diese Fallstudien haben wir entweder in Büchern oder Artikeln gefunden oder sie wurden uns von den Betroffenen selbst berichtet. In jedem Falle gilt, dass diese Situationen, ob nun ein realer Hintergrund vorliegt oder nicht, als Gedankenspiele gesehen werden sollten. Als eine Möglichkeit, sich hineinzuversetzen in die beteiligten Personen und zu überlegen: Wie würde ich mich verhalten?

Ihre Meinung interessiert uns! Wir haben die Fallstudien im Rahmen von Veranstaltungen, wie zum Beispiel unserem regelmäßig stattfindenden PhiloBrunch, diskutiert. Nun möchten wir von Ihnen wissen, was Sie davon halten. Dazu haben wir ein Umfragetool aufgesetzt, das Ihnen ermöglicht, aus den vorgegebenen Antwortoptionen diejenigen auszuwählen, die Sie für richtig oder angemessen halten. Wir werten die Ergebnisse der Umfrage zu jeder Fallstudie aus und veröffentlichen in der Folge einen Bericht darüber auf unserer Webseite.

Wir freuen uns auf Ihre aktive Teilnahme!

Starten Sie gleich durch und geben Sie Ihr Votum zu unserer ersten Fallstudie ab: „Reisekosten: Ein ethisches Dilemma – was denken Sie?“

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme.

 

Das Redaktionsteam

8. Februar 2017

Was ist ein ethisches Dilemma?

In jüngster Zeit macht ein Begriff im täglichen Sprachgebrauch Furore: Ethisches Dilemma. Gerade im beruflichen Umfeld kommen viele Menschen immer häufiger in Konfliktsituationen, die ausweglos scheinen. Sie bekommen Vorgaben von Vorgesetzten, Kunden oder Lieferanten, geraten dadurch unter Druck und sehen sich gezwungen, den Druck an andere weiterzugeben. Sie spüren dabei mehr oder weniger deutlich, dass etwas nicht stimmt – ihr Gewissen rebelliert und ihre Vernunft sagt ihnen, dass das geforderte Verhalten nicht mit ihrem inneren Wertekompass übereinstimmt. In vielen Fällen lassen sich solche Konflikte mit ein wenig Fingerspitzengefühl auflösen. Aber es gibt auch Fälle, da erscheint jeder Lösungsweg ‚schlecht‘ – schlecht deshalb, weil er stets mit Schaden für mindestens eine der beteiligten Personen verbunden ist, oftmals auch für den Betreffenden selbst. Da jeder von uns unweigerlich in solche ‚ethischen Fallen‘ tappt, ist der erste Schritt zur Lösung die Reflexion: Erkennen, was die Situation wirklich ausmacht, welche Handlungsoptionen man hat, wer beteiligt ist, wie das Machtgefüge in der Gruppe aussieht, welchen Anteil man selbst an der Situation hat und schließlich, was die eigene Pflicht oder Verantwortung ist. Erst dann lässt sich eine vernünftige Entscheidung fällen.
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3. Januar 2017

Jahresrückblick 2016

Das Jahr 2016 war für uns und unsere Freunde und Förderer ein Jahr mit vielen anregenden Begegnungen. Wir haben unter anderem unser Netzwerk erweitert und bieten nun in Kooperation mit Christian Strobl, ETHIKUM Student mit professioneller Trainer-Ausbildung, regelmäßig einen Workshop an, der zur Konfrontation mit inneren und äußeren Konflikten einlädt. Der Referent führte in wissenschaftliche Theorien ein, wie etwa die Theorie der Kognitiven Dissonanz, spielte mit den Teilnehmern diverse Dilemma-Situationen durch und ließ in Gruppenarbeiten Lösungen für exemplarische Konflikte suchen.
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20. Dezember 2016

Rückschau zum Kaminabend mit Thomas Heymel vom 8. Dezember 2016

Zur Vorweihnachtszeit ist es Tradition, eine interessante Persönlichkeit zum Kamingespräch einzuladen. Dieses Mal haben wir mit Thomas Heymel von der Stiftung Pfennigparade über das Thema „Praktische Ethik und der Weg zur Inklusion“ diskutiert.

Thomas Heymel ist Diplom-Geograf und war mehrere Jahre in leitender Position in einem internationalen Industriekonzern tätig. Seit 2009 ist er Leiter des Corporate Development Bereichs der Münchner Stiftung Pfennigparade, eine der größten Organisationen zur Förderung von Menschen mit Körperbehinderungen. Ethica Rationalis kooperiert bereits seit mehreren Jahren mit Thomas Heymel und wir sind glücklich, dass wir einen Top-Manager dieses Formats für unsere Veranstaltung im Rahmen des ETHIKUM-Studiums gewinnen konnten.
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1. Juli 2016

Zur Ethik des Dialogs

Endet das Gespräch, endet der Mensch. So könnte man die Bedeutung des Aufeinanderbezogenseins im dialogischen Geschehen pointieren. Wer bin ich, wie denke ich, was ist mir wichtig, woran möchte ich mein Handeln ausrichten? – diese Fragen der Selbstaufklärung können nur in einem wahrhaften und wahrhaftigen Perspektivenwechsel beantwortet werden, denn wie leicht täuscht man sich selbst? Aus ihrer Selbsttäuschung  wollte Sokrates die Athener aufscheuchen. Er war der Ansicht, die Menschen müssen sich auf den Prüfstand stellen und sich fragen, ob die Basis des eigenen Handelns für Andere empfohlen werden kann. Im Gespräch erfahren die beiden Gesprächspartner jeweils den Widerspruch des Anderen, beide müssen diesen Widerspruch aushalten, wenn sie ihr Denken, ihr Handeln und damit ihr Leben weiterentwickeln oder verändern wollen. Die hohen Ansprüche, die Sokrates inhaltlich an ein Gespräch stellt, korrelieren mit formalen Kriterien, aus der eine Dialog-Ethik abgeleitet werden kann.
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23. Mai 2016

Philosophie der Führung von Dieter Frey und Lisa Schmalzried

Dieter Frey ist ein bekannter Sozialpsychologe, der seit vielen Jahren neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer als Berater in der Wirtschaft tätig ist. Daher auch sein Interesse für das Thema „ethikorientierte Führung“, die im Zentrum des Buches steht. Die Tätigkeiten einer Führungskraft sind dem Autorenteam zufolge von Werten geprägt, wie Achtung der Menschenwürde, Ermöglichung von Mündigkeit, Schutz der Gleichheit usw. An dieser Stelle wird klar, warum Dieter Frey dieses Buch mit der Philosophin Lisa Schmalzried gemeinsam verfasst hat: Weil, so die Argumentation, die Beschäftigung mit diesen Werten zwingend die Beschäftigung mit den philosophischen Wurzeln dieser Begrifflichkeiten nach sich zieht.
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